Akku Lebensdauer verlängern

Nahezu jeder Käufer fragt, wie er die Akkus optimal pflegen kann. Ist ja auch logisch, ist der teuerste Bestandteil am neuen Fahrrad.

Die simple Zusammenfassung lautet: gar nicht!

Die etwas komplexere Erklärung ist:

Ein Akku schafft ca. 100 Ladezyklen mit sehr wenig Leistungsverlust (ca. 3 %), nach 200 Zyklen liegt der Verlust bei 10 % und nach 400 Zyklen zwischen 20 % und 30 %.

Jetzt sagt ihr, dass das ja schon eine Menge ist.

Dann halten wir mal die Lebensdauer des Fahrrades dagegen:

Mit einem heutzutage gängigen Akku mit 500 oder 600 Wh Kapazität schafft ihr je nach Fahrrad und Unterstützungsstufe zwischen 60 und 150 km.
Nehmen wir mal der Einfachheit halber 100 km an. Nach 100 Ladezyklen seid ihr bei einer Laufleistung von 10.000 km. Bis dahin dürfte ihr zwei Ketten oder einen Riemen verschlissen haben, neue Ritzel drauf haben und das Rad mehrere Male in der Wartung gehabt haben.

Nach 15.000 km / 150 Ladezyklen denkt ihr bereits langsam über ein neues Rad nach, jedoch nicht wegen des Akkus 🙂
Bei einer durchschnittlichen Nutzung von 1.500 km pro Jahr, ist das Rad 10 Jahre alt.

Wir stellen fest: der Akku dürfte zum Ende der Lebensdauer des Rades nicht das Problem sein.

Ein paar Tipps möchten wir euch dennoch mit auf den Wege geben:

Lagerung im Winter
Wenn das Rad im Winter in die Garage kommt, dann sollte der Akku um die 60 % Kapazität haben. Wenn das Rad dann sechs Monate später wieder rausgeholt wird, dann hat er sich um ca. 10 bis 20 % entladen. Einmal wieder vollladen und in die neue Saison starten.
Teilweise bieten die Hersteller bereits Ladegeräte an, die den Akku bei optimalen 40 % halten.
Übrigens: Die optimale Temperatur, um Entladungen zu vermeiden, beträgt 6° C.

Laden des Akkus
Moderne Akkus (also alles seit 2015 :-)) sind meistens Lithium Ionen Akkus. Diese haben keinerlei Memory-Effekt. Mit Ladezyklen sind jedoch vollständige Be- und Entladungen gemeint. Ein halb voll geladener Akku ist ein halber Ladezyklus. Ihr könnt also den Akku also regelmäßig laden.
Ein Auto fährt ja auch nicht nur die Hälfte der Kilometer, nur weil ihr immer bei 50 % tankt.

Optimale Fahrtemperatur
Im Akku befinden sich kleine bewegliche elektrisch geladene Teilchen. Manche sind wie wir etwas sportlicher, manche eher träge. Es gibt also wie bei uns einen Wohlfühlbereich. Dieser liegt beim Akku bei ca. 20° C. Darunter und darüber sinkt die „Bereitschaft“ der Teilchen, sich für die Gewinnung von Energie einzusetzen. Das hat jedoch erst einmal nichts mit der Lebensdauer des Akkus zu tun.

Um in kalten Umgebungen weiter zu kommen, macht es Sinn, den Akku vor Fahrtantritt nicht draußen zu lagern sondern erst beim Losfahren einzusetzen. Das kann durchaus 30 % mehr Gesamtleistung bedeuten.
ACHTUNG: Ab 60°C Umgebungstemperatur besteht Brand- und Explosionsgefahr.

Ladedauer eines Akkus
Auch hier können wir am Beispiel der Optimalen Fahrtemperatur und der Beweglichkeit der Teilchen anknüpfen.

Viele Teilchen bewegen sich sehr schnell, einige sind etwas träger. Nach 100 bis 120 Minuten sind die Sportler-Teilchen wieder aktiviert worden, der Rest bewegt sich laaaangsam.
Deswegen geben die ganzen Handy-, E-Auto- und Fahrradhersteller ja auch immer den Ladezustand nach 80 Minuten an, da im Anschluss kaum mehr was passiert.
Schnellladungen sind übrigens nicht optimal, da in diesem Fall die „bequemen“ Teilchen ziemlich geschubst werden, was diese nicht wirklich gerne mögen.

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